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Was ist Weiße?

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Weiße lässt sich physikalisch definieren als Remissionsgrad des reflektierten Lichtes. Lichtquellen, sowohl das Tageslicht der Sonne als auch künstliche Lichtquellen, senden Licht aus. Die meisten Gegenstände, so auch Kartone und Papiere senden kein Licht aus. Dies bedeutet, dass die Weiße eines Papiers nur sichtbar wird, wenn das Papier von einer Lichtquelle beleuchtet wird. Durch das Rückstrahlungsvermögen, die Remission des Papiers, wird die Weiße für das Auge sichtbar. Zur Bestimmung der Weiße werden Messgeräte verwendet, die mit einer künstlichen Lichtquelle das Papier beleuchten und das reflektierte Licht messen. Die ermittelten Ergebnisse drücken den Weißgrad als Zahlenwert aus.

ISO-Helligkeit

Die Grundfarben des sichtbaren Lichtes liegen in einem Wellenlängenbereich von etwa 400 nm bis 700 nm. Der Wellenlängenbereich von 400 nm steht für Blau, der Bereich um 550 nm für Grün und 700 nm für Rot. Reflektiert ein Gegenstand sämtliche Wellenlängenbereiche, sehen wir Weiß. Haben wir einen hohen Reflektionsgrad im blauen Bereich erscheint das Papier weißer. Mit der Messung der Reflektion im blauen Wellenlängenbereich ist es also möglich, verschiedene Weißgrade messtechnisch auszudrücken. Oft werden im Herstellungsprozess von Papier Ingredienzien hinzugegeben die einen Anstieg in der Blaureflektion fördern sollen. Das können nuancier Farbstoffe oder optische Aufheller sein, die den UV-Anteil unter 400 nm absorbieren und im sichtbaren blauen Bereich reflektieren. Für die Messung der ISO-Helligkeit können verschiedene Filter verwendet werden, die den UV-Anteil des Lichtes berücksichtigen. Die Definition des Messstandards erfordert eine Weiße Kalibrierung und die Festlegung der Beleuchtungsart.

CIE-Weiße

Bei der Messung der CIE-Weiße wird das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichtes mit allen Farbnuancen berücksichtigt. Für die Messung wurden die Parameter Normlichtart D 65 (Beleuchtung der Probe) und der Beobachterwinkel von 10° festgelegt. Bei der Normlichtart D 65 handelt es sich um tageslichtähnliches Licht mit UV-Anteil. Neben der Berücksichtigung der optischen Aufheller bietet die Messung im CIE-LAB-Farbraum auch die Möglichkeit kleine Farbabstände innerhalb der Weiße darzustellen. Die Festlegung der Messwerte erfolgt auf den drei rechtwinkligen Koordinaten Lab. Hierbei ist die senkrechte Koordinate L der Wert für die Helligkeit, a steht für die Rot-Grün Achse und b für die Gelb-Blau-Achse. Ein Papier mit einer hohen Helligkeit wird auch einen hohen L-Wert zeigen. Liegt der a-Wert im Plus gehrt der Farbort des Papiers in den rötlichen Bereich. Nach dem gleichen Prinzip verhält es sich auf der b-Achse. Je deutlicher im Plus, umso gelblicher, je deutlicher im Minus, um so bläulicher. Die Bestimmung der CIE-Weiße hat zu einer starken Verbreitung in der grafischen Industrie, in Verbindung mit dem Color Management geführt. Mit der CIE-Weiße-Messung bietet sich die Möglichkeit einer Vereinheitlichung in der Beurteilung der Weiße. Darüber hinaus wird Weiße nach wie vor subjektiv beurteilt und unterliegt damit zum Teil deutlichen Empfindungsschwankungen.

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