Wie funktioniert die Farbtrocknung?
Back to Knowledge BaseDie Erklärungen zur Farbtrocknung beziehen sich auf saugfähige Kartone und Papiere, deren Oberfläche gestrichen ist. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Druckfarbe bestimmen maßgeblich die Farbtrocknung. Druckfarben bestehen in Ihrer Rezeptierung aus Farbmitteln, Bindemitteln, Lösemitteln und Additiven (zum Einstellen spezieller Eigenschaften).
Die Farbtrocknung erfolgt in zwei Phasen.
Wegschlagen
Unter Wegschlagen der Druckfarbe wird der zeitlich sehr schnelle Vorgang der Penetration der öligen Bestandteile der Druckfarbe in die Micro poröse Oberfläche des Bedruckstoffs verstanden. Durch die Kapillarwirkung kleinster Poren im Strich dringen die öligen Substanzen der Druckfarbe in die Oberfläche ein und trennen sich so von den Bindemitteln.
Oxidation
Nachdem die öligen Substanzen in die mikroporöse Oberfläche eingedrungen sind, erfolgt sofort die chemische Oxidation, der Übergang vom flüssigen in den festen Zustand. Dabei umschließen die Bindemittel die Farbpigmente der Druckfarbe, die dauerhaft und mechanisch belastbar, auf der der Oberfläche des Substrats verfestigt werden müssen. Die Bindemittel haben zusätzlich die Aufgabe die Fließeigenschaften der Druckfarbe für den Transport im Druckprozess sicherzustellen. Typische Bindemittel sind natürliche oder synthetische Harze. Die Oxidation der Bindemittel ist ein chemischer Prozess, bei dem der Sauerstoff aus der Umgebungsluft aufgenommen wird und durch eine Kettenreaktion im Bindemittel eine stabile und feste Farbschicht entsteht. Die oxidative Trocknung vollzieht sich über mehrere Stunden, ehe der Farbfilm vollständig fest und trocken ist.
Um die Verweilzeit bis zur vollständig abgeschlossenen Durchtrocknung des Farbfilmes zu umgehen, wird sehr oft eine Dispersionslackierung durchgeführt, die den noch feuchten Farbfilm schützt, eine Druckveredelung ist und eine schnellere Weiterverarbeitung möglich macht.